Station: [14] Vögel - erschaffen aus der schönsten Laune der Natur

  • Römermuseum Homburg-Schwarzenacker

Abschließend richten wir den Blick auf zwei Vogelbilder von Johann Christian von Mannlich. Von der Welt der Vögel war Mannlich besonders angetan. Er studierte, zeichnete und malte die Tiere. In mehreren Mappen hinterließ er sein umfangreiches sogenanntes „Vogel-Werk“. Neben diesen naturwissenschaftlichen Vogelabbildungen existieren auch einige Gemäldeversionen, darunter die beiden hochovalen Supraporten- Kompositionen „Weiße Schnepfe“ aus dem Jahr 1779 und „Roter Berghahn“ von 1776 mit seinem Erlebnis und Genuss der Farbe, Den beiden Bildern ist die Synthese zwischen sorgfältig naturalistischer Wiedergabe des Federkleides und der dennoch eingefangenen künstlerischen Wirkung gemeinsam. Besondere Sorgfalt und hohe zeichnerische wie malerische Kultur walten auch in der direkten Umgebung der Tiere. So erhebt sich im Bild der Schnepfe der Blick über Buchenblätter und einen alten Haselstrauch in eine sanfte hügelige Landschaft. „Ohnstreitig machen die Vögel einen der schönsten Teile der Schöpfung aus“, heißt es in Mannlichs Lebenserinnerungen, „und die Natur scheint sie in ihrer besten Laune erschaffen zu haben.“ Bei aller unterschiedlichen Tätigkeit hatte Johann Christian von Mannlich nie aufgehört, die Vögel aus seinem Interessenkreis zu verlieren. Auch später studierte er sie eifrig im Naturalienkabinett und im Tiergarten auf Schloss Karlsberg. So gelang ihm das vollkommene Idealbild von Vögeln.

Wie das Tier erstmals als Wesen mit eigenen Bedürfnissen und Verhaltensweisen angesehen wurde, war im 18. Jahrhundert revolutionär. Gelingt es dem Künstler seinen Tieren Augen zu verleihen, in die der Betrachter zu blicken vermag, die in ihrer menschlichen oder vermenschlichten Form Spiegel seiner eigenen sind? Ist der Blick der Tiere so dargestellt, dass er wissend scheint, dass er sein Gegenüber erkennen vermag?

Diese Kunst und die Einführung in ihre Geheimnisse hatte Jean-Baptist Oudry an seine Zweibrücker Schüler und Freunde weitergegeben. Sie haben das Erlernte erprobt und als Gruppe weiterentwickelt. Die Geschichte hat ihre Bilder und Ideen hinausgetragen in die Welt, ihren besonderen Blick auf die Landschaft und auf das Tier.