Station: [09] Georg Friedrich Meyers Landschaftskunst - die Kunst des Sturm und Drang.

  • Römermuseum Homburg-Schwarzenacker

Gänzlich anders ist der Landschaftsraum von Georg Friedrich Meyer aufgefasst. In den drei folgenden Bildern, die alle um 1770 entstanden sind, ist die Landschaft nicht Ideenträger wie bei Kobell. Ob in der „Landschaft mit Rinderherde“ und heimkehrenden Hirten oder in der „Felsenlandschaft mit Kleinbauerfamilie“, immer ist der Naturraum als Lebensraum von Mensch und Tier geschildert, auch als Raum, den der Mensch durchmisst und seiner Wege zieht. Zugleich sind diese Landschaften Liebeserklärungen an die pfälzische Heimat.

Dies gilt auch für seine herbstliche „Abendlandschaft“. Immer mehr werden die großen Vorbilder, die holländischen Landschaftsstücke wie auch die Landschaftskunst von Claude Lorrain gefiltert. Immer mehr münden sie ein in Meyers eigenes Gefühl für Landschaft und die eigenständige Wiedergabe der pfälzischen Topografie. Es gelingt ihm, die Lichtwerte einzufangen, den malerischen Werten der Landschaft im Bilde nachzuspüren und damit eine Stimmung wiederzugeben, auch hervorzurufen. So entstehen Bildeindrücke, die gleichsam zurück und nach vorne ins 19. Jahrhundert verweisen. Georg Friedrich Meyers Landschaftskunst ist eine Kunst des Sturm und Drang.