Station: [07] Georg Friedrich Meyer und Rousseau: „Zurück zur Natur“

  • Römermuseum Homburg-Schwarzenacker

Das nächste Bild jedoch hat Georg Friedrich Meyer um 1770 gemalt: Ein „Wasserfall mit Fischern“. „Zurück zur Natur“, hat Rousseau gefordert. Nicht der Mensch ist Zentrum des Bildes, sondern die Natur. Als kleine Staffagefiguren beleben die Menschen den Bildraum. Hauptakteur ist der grandios geschilderte Naturraum, selbst im Kleinen.

Auch Georg Friedrich Meyer ist gebürtiger Straßburger. 1733 zur Welt gekommen, ging er um 1750 zu Johann Daniel Hien in die Lehre und wurde, nun wiederum durch Empfehlung Hiens, von Christian IV. protegiert. So folgten auch für Meyer weiter Studienaufenthalte in Paris. Tierbilder, vor allem aber die Landschaftsmalerei waren Meyers Schwerpunkt. Georg Friedrich Meyer verließ 1776 den Zweibrücker Hof, drei Jahre vor seinem Tod. Er ging nach Ermenoville, in der Nähe von Senlis und Chantilly, wo er die Kinder des Marquis de Girardin in Zeichnen und Malen unterrichtete. Dort traf er im Schloss und dem dazugehörigen Landschaftspark, wenn auch nur für kurze Zeit, mit Rousseau zusammen. Meyer war Hofmaler, die Zielgruppe seiner Bilder aber war nicht der Hof, sondern ein Naturliebendes Bürgertum. Wie auch die anderen Zweibrücker Künstler operiert seine Kunst an der Nahtstelle zwischen idealisierter Landschaft und genauer Naturbeobachtung. Dabei wussten sie ganz genau: Je mehr Stimmung in den Bildern ist, desto mehr kann das individuelle Empfinden des Betrachters angesprochen werden.