Station: [06] Johann Daniel Hien und die Hirtenidylle

  • Römermuseum Homburg-Schwarzenacker

Im zweiten Raum setzen wir den Rundgang fort mit einem Blick auf die „Hirtenidylle“ von Johann Daniel Hien. Dieses sogenannte Schäferspiel wurde 1765 gemalt. Ein Höfling entsteigt dem flachen Wasser eines Teiches und nähert sich seiner Venus, einem Hirtenmädchen. In der kleinen, abgeschlossenen Landschaftsidylle ist genug Raum für erotische Anspielungen. In Kenntnis dessen, was in der französischen, vor allem höfischen Genremalerei en vogue war, hat Hien dieses Spiel der Annäherung und Verführung sehr lebensnah in Szene gesetzt. Der 1724 in Straßburg geborene Johann Daniel Hien erhielt seine erste künstlerische Ausbildung bei Konrad Männlich. Nach einem kurzen Studienaufenthalt Ende 1749 in Mailand wurde ihm aufgrund Mannlichs Empfehlung bei Herzog Christian IV. ein Parisstipendium gewährt. In Paris trat Hien ins Atelier von Jean-Baptiste Oudry ein, wo er bei dem in ganz Europa hoch gelobten Spezialisten im Fach der Tiermalerei bis zu dessen Tod 1755 fast fünf Jahre weiterlernen durfte. Die Früchte dieser Ausbildung können wir im weiteren Verlauf des Rundgangs noch sehen.