Station: [05] Malen im Dienste des Hofes - die Jagd

  • Römermuseum Homburg-Schwarzenacker

Bevor wir uns dem zweiten Raum zuwenden, halten wir inne vor dem von Georg Friedrich Meyer gemalten „Sammelplatz einer Parforcejagd“. Bekanntlich gehörte die Jagd zu den großen Leidenschaften der Pfalz-Zweibrücker Herzöge. Selbst Goethe war dies eine Bemerkung wert und so schrieb er in der Einleitung zur Chronik über die „Belagerung von Mainz“, dass Herzog Karl II. August sein ganzes Herzogtum des Wildes wegen umzäunen ließ und, wenn er auf die Jagd ging, ihn eine Meute von 600 Windhunden begleitet habe. Diesen Superlativ hatte Christian IV. als gerne gesehener Gast bei den Jagden am Hofe Ludwigs XV. in Versaille und Fontainebleau ebenso erlebt. In seiner Zweibrücker Residenz jedoch sollten die Jagdereignisse nicht solche Gigantomanien annehmen. Dies zeigt das Gemälde von Georg Friedrich Meyer aus dem Jahre 1786. Das Hauptaugenmerk des Bildes liegt auf den erzählerischen Momenten, wie die Hundemeute zusammengehalten wird. Dabei sind die Richtungs- und Bewegungsdivergenzen von Tier und Mensch sehr schön erfasst. Der Schimmel wurde nachträglich, also nach Fertigstellung des Bildes hinzugefügt. Geschickt in die Bildkomposition eingebunden, erscheint er wie ein gezielt gemaltes Tierporträt in der vornehmen Art, der englischen „sporting painters". Wir wissen nicht, wer diese Tierporträt hinzugefügt hat. Vielleicht war es Johann Christian von Männlich, von dem überliefert ist, dass er ab 1763 auch Figuren in Landschaftsbilder von Hien und Meyer zu malen hatte. Jedenfalls ist dieses ein Hinweis auf die Arbeitsweise, die Zusammenarbeit und die Aufteilung der jeweiligen Sujets innerhalb der Ateliers und Werkstätten der Zweibrücker Malergruppe im Dienste des Hofes.