Station: [02] Der Herzog und sein Lebenswerk

  • Römermuseum Homburg-Schwarzenacker

Kein anderer als Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken könnte uns besser zu dem kleinen Rundgang durch die Sammlung einladen. In einem Halbfigurenbildnis, das Johann Christian von Männlich um 1765 bis 1769 gemalt haben soll, blickt er uns mit wachen Augen entgegen. Das fast jugendlich heiter gestimmt Gesicht lässt den lebhaften Geist eines Mannes ahnen, dessen Gedächtnisfähigkeit und durchdringenden Verstand seine Zeitgenossen gelobt haben. Mit staatstragender Gebärde im Prunkpanzer mit Manteldraperie, als würde er in der Rechten den Feldherrnstab halten, ist Christian IV. ins Bild gesetzt. Nur ist dieses Zeichen der Macht nicht zu sehen, wird vom Bildrahmen abgeschnitten. Stattdessen ist es die psychische Präsenz des Dargestellten, seine Persönlichkeit, die betont wird. So zählt dieses Werk nicht nur zu den besten Porträts des Herzogs, sondern ganz allgemein zu den herausragenden Beispielen der spätfeudalistischen Bildniskunst. Herzog Christian IV. selbst trug nicht unwesentlich zu solch künstlerischer Leistung bei.

1722 im elsässischen Bischweiler geboren, in Straßburg erzogen, studierte er von 1737 bis 1739 an der Universität Leyden. 1740 übernahm er die Regierungsgeschäfte des Herzogtums Zweibrücken. Von Zeitgenossen wird er als Herr geschildert, „der alle seine Geschäfte Selbsten übersah und ihnen die erforderliche Bewegung gab... .“ „Er baute Spitäler und Waisenhäuser, - ließ Chausseen und Brücken anlegen -, er erneuerte die Viehzucht, den Feldbau... er brachte ins Zweybrückische den Klee- und Kartoffelbau, er errichtete Stutereien, er machte die triftigsten Vorkehrungen um das Justizwesen zu verbessern, er brachte Geld und Menschen ins Land...“ Er interessierte sich für Kunst und Musik, Literatur und Philosophie. Er pflegt Kontakte zu Menschen, die auf diesen Gebieten Herausragendes leisteten und er förderte diese. Christian IV. intensivierte, was sein Vater, Christian III., mit der Übernahme des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken im Jahre 1734 begann, indem er Dekorationsmaler und Porträtisten aus der Grafschaft Rappoltstein als Hofbedienstete nach Zweibrücken umsiedelte. Darunter war der 1733 als Hofmaler angestellte Konrad Männlich, der als Stammvater der Malergruppe von Pfalz-Zweibrücken gilt.