Station: [12] Bergische Kleinbahn

  • Sockelmast an der Nierenhofer Straße
  • Bergische Kleinbahn
  • Wegbeschreibung

Wenn Sie unsere Wanderung Anfang der fünfziger Jahre gemacht hätten, müssten Sie das letzte Stück zurück zum Kupferhammer jetzt nicht zu Fuß gehen. Von 1907 bis 1954 fuhr hier nämlich entlang der Nierenhofer Straße eine Straßenbahnlinie der Bergischen Kleinbahn AG. Eben diese Straßenbahn für die das Kraftwerk mit dem Stauwehr erreichtet worden war, welches wir vorhin schon besichtigt haben. Die Bergische Kleinbahn AG war 1897 gegründet worden. Sie betrieb bereits einige Straßenbahnlinien im niederbergischen und Wuppertaler Raum. 1907 wurde die Strecke von Nierenhof über Kupferdreh nach Steele eröffnet. Damit war das Wuppertaler an das Essener Straßenbahnnetz angebunden. Mit den Bergischen Kleinbahnen existierte nun eine zweite Verkehrsverbindung zwischen Ruhr und Wupper in Konkurrenz zu der dampfbetriebenen Reichsbahnlinie. Teilweise fuhren die Konkurrenten auf einer parallelen Trassenführung, wie hier im Deilbachtal. Mit kürzeren Zeitabständen und geringeren Fahrtkosten bot die Straßenbahn ihren Nutzern Vorteile gegenüber der Eisenbahn.

Die Straßenbahn machte der Reichsbahn aber nicht nur Konkurrenz im Personennahverkehr, sondern auch im Gütertransport. Während und nach dem Ersten Weltkrieg übernahm sie Teile des Kohlentransports von Essen in den Wuppertaler Raum. Während der Ruhrbesetzung von 1923 bis 1925 kamen Nahrungsmittel hinzu. 1932 stellten die Bergischen Kleinbahnen den Güterverkehr ein. In schwierigen Zeiten musste die kleine Straßenbahn aber wieder einspringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm sie noch einmal den Kohlentransport für Essener Zechen nach Wuppertal. Die Bahn fuhr noch bis zum 16. April 1954 durch das Deilbachtal. Dann mussten die Schienen dem aufstrebenden Autoverkehr auf den Straßen weichen. Bei ihrer letzten Fahrt wurde sie mit Blumen geschmückt und feierlich verabschiedet. Die eingleisige Straßenbahn prägte mit ihren elektrischen Oberleitungsmasten lange das Straßenbild im Deilbachtal. Heute erinnern nur noch die Sockel der Oberleitungsmasten an die Straßenbahnlinie.