Station: [047] Emil Schumacher (1912 – 1999), Indemini, 1974

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Emil Schumachers Gemälde „Indemini“ vereinnahmt den Betrachter auf dreierlei Art: durch seine schiere Größe, durch seinen warmen Ockerton und durch die Struktur des Rupfens – einer groben Sackleinwand mit sichtbaren Nähten. In der Tat war es Emil Schumacher wichtig, dass seine Malmittel körperlich und sinnlich wahrnehmbar sind. „Ich nehme eine Farbe, wie ich in einen Apfel beiße oder einem Freund die Hand gebe“, sagte er selbst. Neben klassischen Materialien wie Acryl und Lack nutzte Schumacher unbefangen außergewöhnliche Mittel wie Asphalt. Neben den hingeworfenen, klobigen Brocken sind damit die dicken schwarzen Linien aufgetragen, mit denen Schumacher die Fläche unterteilt. Durch den mannshohen Bogen bringt er die große Dimension in ein menschlich messbares Gegenüber. Die untere Linie hingegen erinnert an den Horizont einer Landschaft. Beim Betrachten von „Indemini“ wird man von einem Kontrast in Spannung gehalten, der typisch für Schumachers Arbeiten ist: Kraft und Vitalität auf der einen und meditative Stille und Verhaltenheit auf der anderen Seite.