Station: [046] Gerhard Hoehme (1920 – 1989), Herkules‘ Tod, 1978/79

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Dieses große Gemälde ist eines der Hauptwerke von Gerhard Hoehme. Die Leinwand ist in graugrünen Tönen mit schnellen Pinselstrichen bemalt. Man spürt in der Betrachtung des Bildes die Bewegung und körperliche Dynamik des Malvorgangs. Im oberen Teil ist die Farbe dick, krustig und in mehreren Schichten aufgetragen, so dass neben den Farbtönen selbst auch die Stofflichkeit wirksam wird. Zum Rand hin endet sie in einer unregelmäßigen, gebogenen Lineatur. Hier werden Seherfahrungen offenbar, die Hoehme im Zweiten Weltkrieg als Flieger gemacht, als er die Erdkrümmung erfasste und von oben auf geologische Formationen herabsah. Nach unten hin fließt die Farbe aus, wird zart und transparent. Während in der oberen Bildhälfte das Material betont wird, scheint der Maler im unteren Teil auf das Nicht-Aussprechbare, Geistig-Spirituelle zu verweisen. Der Titel des Gemäldes „Herkules Tod“ gibt vielleicht den Hinweis, was sich hinter diesem Gegensatz verbirgt. In der Geschichte der griechischen Mythologie verbinden sich beiden Pole: der Leib des Herkules verbrennt, um in reines göttliches Sein überzugehen. Die Polyethylen-Schnüre stellen wie Antennen eine Beziehung zum Betrachter her. Hoehme selbst sagte dazu: „Die Bilder sind nicht auf der Leinwand, sondern im Menschen.“