Station: [034] Max Beckmann (1884 – 1950), Messingstadt, 1944

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Das großformatige Gemälde "Messingstadt" von Max Beckmann entstand 1944 während seines Exils in Amsterdam. Dargestellt ist ein nacktes Paar, das auf einem Bett liegt. Im Vordergrund versperren ein Schwert und zusammengebundene Lanzen den Blick. Nach hinten schließen die glänzenden Kuppeln einer orientalisch anmutenden Stadt den Bildraum ab. Charakteristisch für die Malweise Beckmanns sind die starken schwarzen Konturen und die bildbestimmende Präsenz der Figuren. Obwohl Mann und Frau direkt nebeneinander liegen, wirken sie eigentümlich distanziert. Die Frau präsentiert sich dem Betrachter in ihrer reizvollen Körperlichkeit, betont von einer hell schimmernden Hautfarbe und roten Farbakzenten. Der Mann hingegen liegt auf dem Bauch. Scheinbar verzweifelt verbirgt er sein Gesicht. Das Armband der Frau und das Tuch, welches um die Beine des Mannes geschlungen ist, erinnern an Fesseln. Es wirkt, als seien beide untrennbar aneinandergebunden. Beckmanns Frau Mathilde erinnerte sich mit folgenden Worten an diese Darstellung: „Die Bedeutung von Messingstadt ist: Liebe – Abschied. [...] Das Ganze ist eine variierte Form des Themas Mann und Frau – was er oft malte.“ Dazu passt der Titel des Bildes, der sich auf eine Erzählung aus Tausendundeine Nacht bezieht. Sie berichtet davon, wie Jünglinge versuchen, in eine von Mauern umschlossene Stadt einzudringen. Bevor ihnen dies gelingen kann, werden sie von Jungfrauen in den Tod gelockt.