Station: [003] Paul Signac (1863 - 1935), Port-en-Bessin. Le 14. Juillet. Bauernhäuser an der Küste, 1885

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Paul Signac war 17 Jahre alt, als er 1880 erstmals ein Gemälde von Claude Monet sah. Daraufhin trat er mit dem älteren Maler in Kontakt und fasste den Entschluss, selbst Künstler zu werden. Ab 1882 verbrachte Signac seine Sommermonate regelmäßig in Port-en-Bessin, einem kleinen Küstenort in der Normandie. Am 14. Juli 1885 – dem französischen Nationalfeiertag – entstand dieses Bild einer sommerlichen Landschaft am Meer. Die Häuserreihe ist perspektivisch verkürzt und beeindruckt durch ihre reiche Farbigkeit von Rot über Blau bis zu violett-braunen Tönen. Im Vordergrund leuchten die Strandflächen in hellem Gelb, am Hang der Steilküste stehen weitere Häuser. In der Ferne erstreckt sich das Meer als schmaler blauer Streifen. Über der Küstenlandschaft wölbt sich ein blasser, türkisfarbener Himmel. Mehrere Trikoloren wehen im Wind und beleben die strenge Komposition. In der klaren Anordnung der Formen und Flächen geht das Werk bereits über den Impressionismus hinaus. Die Farbe dient nicht länger vorrangig der Beschreibung eines Gegenstands, sondern nimmt in seiner intensiven Buntheit und in der Autonomie der Farbflecken die abstrakten Bildkonstruktionen nachfolgender Epochen bereits voraus. Signac selbst begegnete 1884 Georges Seurat und wurde danach zu einem Hauptvertreter des Pointilismus. Auch in seiner späteren Schaffensphase blieben seine Motive jedoch die Häfen, die Küsten und das Meer.