Station: [8] Römischer Tisch
Michi: Das geht nicht … Der will einfach nicht. Der ist einfach zu schwer. Der lässt sich keinen Zentimeter verrücken. Was haben die Römer mit diesem Tisch bloß angestellt. Das frage ja nicht nur ich mich, sondern das fragen sich auch die Fachleute. Solche großen, schweren Tische fand man bisher immer im Keller römischer Wohngebäude. Was haben die damit bloß angestellt?
Dieser Tisch hier stammt übrigens aus einer villa rustica. Das ist ein Landgut. Das kann man sich wie eine Art riesiger Bauernhof vorstellen. Solche Höfe hatten eine super wichtige Aufgabe! Denn sie versorgten die umliegenden Ortschaften und Städte mit Lebensmitteln. Vor allem aber wurden die Soldaten mit Nahrung versorgt. Die brauchten schon was Ordentliches zum Futtern, immerhin mussten sie den Limes bewachen.
Der Limes war eine gigantisch lange Grenze. Sie trennte das Reich der Römer von den sogenannten Barbaren. Damit waren die germanischen Stämme auf der anderen Seite gemeint. Die sollten bloß nicht ins Römergebiet eindringen. Deshalb errichteten die Römer zuerst einen hohen Zaun. Später bauten sie dann eine richtige Mauer aus Stein. Die Germanen nannten sie „Teufelsmauer“.
Auf den Feldern rings um unsere villa rustica wurde vermutlich Getreide und Gemüse angebaut. Um die Waren schnell transportieren zu können, lagen die Höfe meist an großen, gut ausgebauten Straßen oder Kreuzungen. Das war auch in Obergrombach so. Dort wurde der Tisch vor mehr als 100 Jahren entdeckt. Und die Forschenden fanden noch mehr: zum Beispiel eine Fußbodenheizung. Die Römer waren schon ganz schön modern. Oder wie ich immer sage: Gespensti-tastisch.
Foto: © Martin Heintzen