Station: [4] Bronzeschmuck


F: Wer mögen sie gewesen sein? Wie haben sie gelebt? Und noch wichtiger: Wie sind sie gestorben? 

 

M: Der Schmuck, den Sie hier in der Vitrine sehen, wurde aus verschiedenen Frauengräbern der Bronzezeit geborgen. Er ist also über 3.000 Jahre alt. Entdeckt wurden die Gräber rund um Bruchsal, unter anderem in Bad Mingolsheim.

 

F: Vorne links sehen Sie vier Radnadeln mit einem einfachen Kreuz und einer Dreiecksöse. Solche Nadeln wurden von Frauen und Männern gleichermaßen getragen. Da es so etwas wie Knöpfe zu jener Zeit noch nicht gab, mussten Kleidungsstücke wie etwa Umhänge mithilfe solcher Nadeln verschlossen oder zusammengesteckt werden. Teilweise waren die Nadeln aufwendig verziert.

 

M: In der Mitte sehen Sie zwei sogenannte Handbergen. Sie bestehen aus einem Reif, von dem aus, in entgegengesetzter Richtung, zwei gedrehte Spiralen aus Bronze abgesetzt sind. Der etwas seltsame Name Handberge geht auf den Bibliothekar und Altertumsforscher Hans Rudolf Schröter zurück. Er verwendete den Begriff erstmals 1824. Damals rätselte man noch über die Funktion dieser kunstvoll gestalteten Stücke. Ein anderer Altertumsforscher kam schließlich zum Schluss, dass dieses „Geräth nur auf einen Teil des Leibes passe“, nämlich ans Handgelenk. 

 

F: Man geht davon aus, dass die Handbergen sowohl als Schmuck als auch Schutz getragen wurden. Die Reifen waren ursprünglich elastisch, sie schränkten den Träger also nicht in seiner Bewegung ein. Hinten links sehen Sie zwei Fußbergen mit denen die Schienbeine geschützt wurden. 

 

Foto: © Martin Heintzen