Station: [12] Könner Pendule
F: Es ist nicht überliefert, wie nervös der Mitarbeiter der Städtischen Sparkasse im Oktober 1995 war. Ein bisschen aufgeregt war er aber wohl ganz sicher. Damals fand im Auktionshaus Sotheby´s eine Versteigerung statt - und er war beauftragt, mitzubieten. Auf dem Programm stand unter anderem eine Pendule – eine Pendeluhr aus dem Jahr 1770. Sie stammt von Franz Anton Könner. Seines Zeichens fürstbischöflicher Hofuhrmachermeister aus Bruchsal.
Dialekt Obwohl die Uhr in einem schlechten Zustand war, schnellte der Preis bei der Auktion in die Höhe. Am Ende war die Sparkasse um 21.000 Mark ärmer und das Städtische Museum um einen Schatz reicher. Aufwendig wurde die Pendule restauriert: Allein für die Bemalung brauchten die Restauratoren 59 Arbeitsstunden, die Instandsetzung des Uhrwerks nahm noch einmal weitere 19 Stunden in Anspruch. Das sind Kosten, das glaubt du nicht.
F: Die Uhr selbst ist knapp einen Meter hoch, sie besteht aus einem dreiteiligen Neuenburger Holzgehäuse, floralem Dekor und gestanzten Messingapplikationen, die vergoldet sind.
M: Die Bruchsaler Hofuhrmacher wurden jeweils durch die fürstbischöfliche Hofkammer vorgeschlagen und dann vom jeweils amtierenden Fürstbischof bestellt. Franz Anton Könner folgte in diesem Amt seinem Vater, Johann Könner. Im fürstbischöflichen Patent zu seiner Ernennung im Jahr 1785 kann man nachlesen, welche Aufgaben ein Hofuhrmacher zu erfüllen hatte. So hatte er unter anderem „alle in der hiesigen fürstlichen Residenz und auf allen Landschlössern befindlichen Uhren in gangbarem Stand [zu] erhalten.“ Außerdem musste er die Uhren täglich aufziehen und alle zwei Jahre sauber ausputzen. Allein im Bruchsaler Schloss gab es zeitweise 23 Zimmeruhren. Somit hatte Franz Anton Könner wahrlich rund um die Uhr zu tun.
Foto: © Manfred Schneider