Station: [1] Mammutstoßzahn


Dialekt: Herzlich Willkommen im Städtischen Museum Bruchsal. Schön, dass Sie da sind. Entdecken Sie mit uns die Geschichte der Stadt – und der Region. Los geht´s. 

 

F: Wir beginnen mit einer kleinen Zeitreise. Dazu geht es etwa 700.000 Jahre zurück, ins sogenannte Pleistozän. Das Eiszeitalter.

 

M: Die Temperaturen sind niedriger als heute, Niederschlag fällt eher selten, die Sommer sind kurz. Anstelle üppiger Wälder findet man in Mitteleuropa vor allem weite Steppenlandschaften vor – mit Gräsern, Sträuchern und Büschen. 

 

F: Durch diese Steppen zieht ein gewaltiges Tier: Das Steppenmammut. Auch Steppen-Elefant genannt. 

M: Es war das größte aller Mammuts – und obendrein das größte Rüsseltier aller Zeiten. Ausgewachsene Bullen erreichten eine Schulterhöhe von über vier Metern. Ihr Gewicht betrug mindestens zehn Tonnen. Ihre gewaltigen Stoßzähne wurden bis zu fünf Meter lang. Hier an der Wand sehen Sie einen Teil eines solch gewaltigen Stoßzahns. 

 

F: Anders als seine Vorfahren trug das Steppenmammut ein Fell. Damit hatte es sich bereits an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst. Und auch nahrungstechnisch unterschied es sich von den früheren Mammut-Arten. Während sich diese noch vor allem von Blättern und Sträuchern ernährten, war das Steppenmammut in erster Linie ein Grasfresser. Das lässt sich gut an seinem Unterkiefer mit den mächtigen, abgeflachten Backenzähnen, den sogenannten Molaren, erkennen. 

 

M: Der Unterkiefer verrät uns aber noch etwas anderes: Im Laufe der Evolution hatte sich nämlich der Kiefer der Mammuts immer mehr verkürzt. Mit der Folge, dass nicht mehr alle Zähne einer Generation darin Platz fanden. Dafür fand die Natur eine schlaue Lösung: den horizontalen Zahnwechsel.

 

F: Dazu wanderte der Backenzahn im Kiefer des Mammuts von hinten nach vorne durch, und dabei wurde er allmählich abgenutzt. Von hinten schob bereits der nächste einsatzbereite Backzahn nach. Der alte, abgenutzte Zahn wurde schließlich verdrängt und fiel aus. Jeder nachfolgende Zahn war dabei größer als sein Vorgänger und hatte eine größere Anzahl an Lamellen.

 

M: Aus dem Steppen-Mammut entwickelte sich später dann das Wollhaar-Mammut. Wohl DAS Symboltier der Eiszeit. Mit seinem dicken, zotteligen Fell war es perfekt an die kaltzeitlichen Bedingungen angepasst. Vor etwa 12.000 Jahren starb diese letzte Mammut-Art aus. Lange Zeit glaubte man, die Tiere seien allein durch den Menschen ausgerottet worden. Heute gehen Fachleute davon aus, dass die Tiere wohl auch einem Klimawandel zum Opfer fielen. 

 

Foto: © Manfred Schneider