Maximilianmuseum

Fuggerplatz 1, 86150 Augsburg, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Fuggerplatz 1
PLZ/Ort
86150 Augsburg
Land
Deutschland
Telefon
+49 (0) 821 / 324 41 67
Fax
-

Web
http://www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de/index.php?id=20135
E-Mail
kunstsammlungen.stadt@augsburg.de
Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr
Eintritt
(Auswahl)Erwachsene 7 EuroErmäßigungsberechtigte 5,50 EuroKinder unter 10 Jahren frei

Beschreibung

Das Maximilianmuseum ist das Stammhaus der Kunstsammlungen und Museen Augsburg. Es liegt im historischen und geschäftlichen Zentrum von Augsburg. In den zwei Renaissancepalästen Augsburger Kaufleutedynastien wurde es 1855 als das erste städtische Museum errichtet und nach dem bayerischen König Maximilian II. benannt. 1998 wurde das Gebäude komplett saniert und 2006 völlig neu gestaltet. Das Maximilianmuseum beherbergt die Abteilungen Skulptur, Kunsthandwerk und Stadtgeschichte. Die Gebäudetrakte umschließen einen glasüberdachten Innenhof, der nach dem Stifter und Ehrenbürger Kurt F. Viermetz benannt wurde. Das Haus erhielt 2007 den Bayerischen Museumspreis.

Adriaen de Vries aus Den Haag machte eine außergewöhnliche Karriere. Nach der Ausbildung in Florenz bei dem berühmten Bildhauer Giambologna arbeitete er für Fürsten und Adelige von Italien bis Dänemark. Europaweiten Ruhm brachten ihm die Aufträge der Reichsstadt Augsburg, für die er sechs Jahre tätig war. Sowohl der Merkurbrunnen von 1599 als auch der Herkulesbrunnen von 1602 erregten internationales Aufsehen. Umgehend ernannte Kaiser Rudolf II. in Prag Adriaen de Vries zum Hofbildhauer. De Vries blieb dort bis zu seinem Tod. Bereits zu Lebzeiten galt er als „berühmtester Bronzebildner seiner Epoche“. Seine virtuos gearbeiteten Augsburger Brunnenfiguren sind Höhepunkte der europäischen Bronzeplastik.

Die Skulpturensammlung zählt zu den Glanzstücken des Maximilianmuseums. Sie enthält sakrale Bildwerke von der Romanik bis zum Klassizismus, Kunstkammerobjekte aus der Zeit der Renaissance sowie Skulpturen der Spätrenaissance. In Augsburg waren zu dieser Zeit italienische und in Italien geschulte Künstler wie Hubert Gerhard, Adriaen de Vries oder Hans Reichle tätig. Skulpturen des Hochbarock sind, mit pathosgeladenen Werken von Georg Petel und Ehrgott Bernhard Bendl, glänzend vertreten. Aus der Epoche des Rokoko stammen bedeutende Werke von Johann Baptist Straub und Ignaz Günther, während die Skulpturen von Roman Anton Boos und seine Entwürfe für Monumentalskulpturen im Park von Schloß Nymphenburg bereits vom Geist des Klassizismus geprägt sind. Viele der ausgestellten plastischen Modelle, so genannte bozzetti, stammen aus der Sammlung des Münchner Hofrats Sigmund Röhrer, die die Stadt Augsburg vor knapp 90 Jahren erwarb. Sie bilden das Herzstück der Skulpturensammlung.

Augsburg hat als zweitälteste Stadt Deutschlands eine lange und bedeutende Geschichte. Unter Kaiser Augustus von den Römern gegründet, war Augsburg im frühen und hohen Mittelalter eine Bischofsstadt mit einem geistlichen Stadtherrn. Im späten 13. Jahrhundert konnten sich die Bürger vom Bischof lösen und Augsburgs Geschichte als Freie Reichsstadt begann. Mit dem Ende des Alten Reichs 1806 wurde Augsburg Teil des Königreichs Bayern. Seit der Renaissance sammelt die Stadt Augsburg Entwurfs- und Erinnerungsmodelle von wichtigen Bauprojekten. Im Rathaus richtete man dafür einen eigenen Raum ein: die Modellkammer. Dort wurden auch bautechnische Modelle, eine Vielzahl technischer Modelle zur Wasserversorgung und zum Mühlenbau sowie wertvolle Meisterstücke Augsburger Kistler und Zimmerleute aufbewahrt. Der bis heute erhaltene Bestand ist kulturgeschichtlich hochbedeutend und weltweit einzigartig. Diese Modellkammer, heute im Maximilianmuseum, steht daher auf der Liste des national wertvollen Kulturgutes.

Augsburg war die bedeutendste Goldschmiedemetropole Mitteleuropas. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert belieferten die Augsburger Goldschmiede die weltlichen und geistlichen Höfe Europas. Die Käuferschaft umfasste Kirchen der Katholiken und Protestanten, die Synagogen der Juden, die Städte, die Bürger und die Zünfte. Augsburger Goldschmiedekunst findet sich in nahezu allen Museen und öffentlichen wie privaten Sammlungen der Welt. Keine andere deutsche Stadt kann auf dem Gebiet der Goldschmiedekunst vergleichbare Leistungen vorweisen. Einzigartig war die Vielfalt der Aufgaben. Diese Sonderstellung konzentrierte sich auf die Fähigkeit der Augsburger Goldschmiede und Silberhändler, Aufträge jeder Art und Größe auf hohem künstlerischen Niveau auszuführen. Voraussetzung dafür waren nicht nur das große Können der Goldschmiede, sondern auch besondere politische, wirtschaftliche und künstlerische Bedingungen der Reichsstadt. Augsburgs Ruf und Selbstverständnis als Stadt der Künste gründeten sich ganz entscheidend auf ihre glanzvolle Goldschmiedekunst.

In der Renaissance entwickelte sich Augsburg zu einem Zentrum für die Herstellung wissenschaftlicher Instrumente. Der Instrumentenbau war ein wichtiger Zweig des reichsstädtischen Gewerbes. Die Handwerker waren nicht zunftgebunden, sondern frei. Unter den Instrumentmachern lassen sich daher Uhrmacher, wie die Familie Klieber, aber auch andere Handwerker, wie der Gürtlermeister Christoph Schissler, finden.Zur genauen Zeitmessung und Korrektur mechanischer Uhren benötigte man Sonnenuhren bis ins 19. Jahrhundert hinein. Da die tragbaren Sonnenuhren einen Kompass enthielten, um die Uhr entlang nach Norden ausrichten zu können, hießen die Hersteller von Sonnenuhren auch Kompassmacher. Die Werke der Augsburger Kompassmacher waren berühmt und trugen als gefragte Exportartikel zum guten Ruf des Augsburger Kunsthandwerks bei. Besonders begehrt waren die Augsburger Äquatorialsonnenuhren, die als Reisesonnenuhren sehr nützlich waren. In der Herstellung dieser Instrumente war Augsburg europaweit führend.

Das Münzkabinett zeigt eine Auswahl Augsburger Münzen und Medaillen von der Spätgotik bis ins frühe 19. Jahrhundert. Bewegliche Lupen ermöglichen eine genauere Betrachtung der kunstvoll gearbeiteten Prägungen. 1521 verlieh Kaiser Karl V. der Stadt Augsburg, die sich zu einer bedeutenden Finanz- und Wirtschaftsmetropole entwickelt hatte, das Münzrecht. Die Reichsstadt spielte seitdem eine bedeutende Rolle in der Münz- und Geldgeschichte Süddeutschlands. Das Kabinett präsentiert zudem Bildnismedaillen der Habsburger Kaiser sowie Rats- und Taufmedaillen

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