Station: [06] Stauwehranlage Kohlekraftwerk

  • Stauwehr des ehemaligen Kupferdreher Kraftwerks
  • Bergische Elektrizitäts-Versorgungs GmbH
  • Wegbeschreibung

Was braucht man, um eine Straßenbahn anzutreiben? Strom. Unter anderem deshalb baute die Bergische Kleinbahngesellschaft unter dem Namen „Überland- und Zechenzentrale GmbH“ hier ein Kraftwerk. Das Dampf-Elektrizitätswerk sollte die Straßenbahn mit Strom versorgen, die von 1907 bis 1954 zwischen Langenberg und Steele fuhr. Was Sie hier sehen, ist das Stauwehr des Kraftwerks. Der Deilbach lieferte das Wasser für die Dampfturbinen und auch die Kühlanlagen. Kohle konnten die Betreiber von der nahegelegenen Zeche Adler beziehen. Das Kraftwerk war aber nicht der einzige Betrieb, der den Deilbach nutzen wollte. Der Eisenhammer machte dem Kraftwerk dabei Konkurrenz. Damit die Betreiber die Wassernutzungsrechte nicht teilen mussten, kauften sie den Eisenhammer mit seinem Grundstück und den Gebäuden kurzerhand auf. Der moderne Energieproduzent schluckte den kaum mehr rentablen Hammer mit seiner historischen Produktionstechnik. Für den Hammer wurde diese Übernahme zwanzig Jahre später, wie bereits gehört, zum Glücksfall. Als dem Eisenhammer in den 1930er Jahren der Verfall drohte, halfen Betreiber des Kraftwerks, den Hammer zu retten und damit als frühes Industriedenkmal überhaupt zu erhalten.

Das Kraftwerk selbst entwickelte sich in den ersten Jahren sehr schnell. Zu Beginn erbrachten die drei Kessel und zwei Turbodynamos eine Leistung von 3000 Kilowatt. Schon Mitte der 1920er Jahre, also knapp 15 Jahre nach der Gründung, war die Leistung um mehr als das achtfache auf 24.500 KW gestiegen. Die Betreibergesellschaft wurde mit dem Städtischen Elektrizitätswerk der Stadt Elberfeld verbunden und in „Bergische Elektrizitäts-Versorgungsgesellschaft mbH Elberfeld“ umbenannt. Neben Kupferdreh versorgte das Kraftwerk dann auch die Menschen von Langenberg über Neviges und Niederwenigern bis Niederbonsfeld und weitere umliegende Bezirke mit Strom.

Im Jahr 1977 musste das Kraftwerk aus Rentabilitätsgründen schließen und wurde 1989 abgerissen. Heute ist auf dem Gelände eine Kraftwerkerschule ansässig. Sie bildet Menschen aus aller Welt im Bereich Kraftwerkstechnik aus und weiter. Vom alten Elektrizitätswerk ist nur das Stauwehr übrig geblieben. Ironie der Geschichte: Der Eisenhammer, der einst vom wirtschaftlich potenteren Kraftwerk geschluckt wurde, ist dagegen bis heute in Gänze erhalten.