Station: [03] Steinbruch

  • Steinbruch/Geologischer Aufschluss
  • Steinbruch im Deilbachtal
  • Wegbeschreibung

Sie stehen jetzt vor einem der zahlreichen ehemaligen Steinbrüche im Deilbachtal. Kleine und große Steinbrüche, in denen Steine gebrochen wurden, gab es überall im Tal. Für den Hausbau, die Pflasterungen von Wegen und als Rohmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen. Die Steinbrüche prägten das Landschaftsbild des Tales deutlich. Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen, da die meisten Steinbrüche verfüllt und renaturiert sind. Die vielen mit Ruhrsandsteinen erbauten Häuser und Industriebauten in der Gegend sind jedoch bis heute auffällige Belege für die Bedeutung der Steinbrüche.

Der teils mit Schutt verfüllte Steinbruch, vor dem Sie jetzt stehen, erzählt Ihnen aber noch eine andere Geschichte. Er gibt einen Einblick in die viele Millionen Jahre alte Erdgeschichte der Kulturlandschaft Deilbachtal. Er ist ein einzigartiger geologischer Aufschluss. Er erschließt einen Teil des flözführenden, also des Steinkohle-produzierenden, Oberkarbons, das hier in steiler Lagerung zu Tage tritt. Dabei handelt es sich um Schiefertone mit eingeschalteten Sandsteinbänken aus den sogenannten Wittener Schichten. Durch die Nutzung als Steinbruch ist der Blick auf die Unterseite der Gesteinsschichten frei geworden. Sie sind übersät mit Treibholzabdrücken von Siegel- und Schuppenbäumen. Diese Vertreter einer urtümlichen Pflanzenwelt begegnen Ihnen heute noch in einer ganz anderen Form: Als Steinkohle. Vor gut 300 Millionen Jahren wurden diese Pflanzen in Sümpfen von frischer Luft abgeschlossen und bei hoher Temperatur durch großen Druck zu Steinkohle umgewandelt. Diese Station des Rundwanderwegs führt Ihnen also den erdgeschichtlichen Entstehungsprozess der Landschaft vor Augen, in dem die Voraussetzungen für die spätere Nutzung durch den Menschen geschaffen wurden.

Im oberen Teil des Steinbruchs können Sie außerdem deutlich einen knapp einen Meter langen versteinerten Baumstamm erkennen. Er hat einen Durchmesser von ca. einem halben Meter.

Der Steinbruch ist auf der GeoRoute Ruhr verzeichnet und Teil des Nationalen GeoParks Ruhrgebiet. Selbst in die Rolle des Fossiliensammlers zu schlüpfen und mit Hammer und Meißel nach Gesteinen und Fossilien zu suchen, ist Ihnen allerdings nicht erlaubt. Der gesamte Steinbruch steht unter Naturschutz.