Station: [9] Scheibenfibel
Michi: Wie schön das funkelt und glänzt. Und all die schönen roten Glas-Steinchen. So etwas Schönes hätte ich auch gerne. Wie nennt man diese runden Dinger nochmal. Ach, verflixt. Wie hieß dieses Wort … Ich habe doch die Museumsleute darüber reden hören. Ah, jetzt hab ich´s: Scheibenfibel nennt man das. (kichernd) Komisches Wort, oder. Gemeint ist damit eine Art Spange, mit der konnte man Gewänder und Umhänge verschließen. Das funktioniert wie bei einer Sicherheitsnadel.
Die Scheibenfibel ist etwa 1.400 Jahre alt. Das ist also ururalt. Sie gehörte einer Frau. Deren Grab hat man in der Nähe von Bruchsal entdeckt. Und weil die Scheibenfibel so prachtvoll verziert ist, glauben Fachleute, dass es eine wohlhabende oder sehr angesehene Frau war. So eine tolle Scheibenfibel konnte sich nämlich nicht jeder leisten. Die Fachleute sagen: Je kunstvoller und schöner die Vorderseite der Fibel gemacht war, desto wichtiger und angesehener war die Person, die sie getragen hat.
Weißt du, was total verrückt ist!? Als diese Frau lebte, gab es noch keine Knöpfe! Kannst du dir das vorstellen. Kleider und Umhänge musste man mit solchen Fibeln verschließen. Von den Museumsleuten habe ich erfahren, dass man durch diese Teile super viel über die Menschen erfahren kann. Denn die Fibeln dienten auch als Schmuck. Mal war diese Fibel in Mode, mal jene. Das hat sich ständig geändert.
Foto: © Martin Heintzen