Station: [15] Inflationsscheine


Michi: Boah, schau mal. Ich bin reich! Juchu! Ich bin jetzt ein Gespenster-Millionär. Was man mit 50 Millionen Mark wohl Tolles machen kann. Auf jeden Fall kann man da eine Menge Schokolade kaufen. Ob der Süßigkeiten-Automat wohl 50 Millionen Mark wechseln kann. (Gekicher) 

Aber hey, wenn ich mir das so genau anschaue, dann ist das ja gar kein richtiger Geldschein!? Och, gemein. Aber ich habe eine Idee, was es damit auf sich haben könnte. Das ist ein sogenannter Inflationsschein. Inflation bedeutet, dass das Geld immer weniger wert ist. Und 1923 gab es eine Super-Inflation. Das hing mit einem fürchterlichen Krieg zusammen, dem Ersten Weltkrieg. Vier Jahre hatte der gedauert und Unmengen Geld gekostet. 

Problem war nur: Der deutsche Kaiser, der diesen Krieg führte, hatte gar nicht so viel Geld. Er musste es sich leihen, unter anderem bei seinen Untertanen. Schon während des Krieges wurde immer und immer mehr Geld nachgedruckt. Zum einen, um die Schulden zu bezahlen und zum anderen, um den Krieg am Laufen zu halten. Je mehr Geld jedoch im Umlauf war, desto weniger war es wert. Das war ein fürchterlicher Teufelskreis. 

Und 1923 wurde die Lage dann besonders schlimm. Wer morgens seinen Lohn erhielt, konnte sich mittags meist schon nichts mehr davon kaufen. Die Menschen verarmten und litten großen Hunger. Städte wie Bruchsal bekamen die Erlaubnis, eigenes Geld zu drucken. Und das sah dann etwa so aus. Auf der Vorderseite kann man das Bruchsaler Gefängnis erkennen.  

Zum Glück fand man für den ganzen Schlamassel eine Lösung, es wurde eine ganz neue Währung eingeführt und dadurch wurde die Lage langsam wieder besser.  

 

Fotos: © Städtisches Museum Bruchsal