Station: [11] Fürstbischöfliche Porträts und Schönborn Medaille
Michi: Also ich weiß ja nicht. Aber diese vier Herren hier könnten doch ein bisschen freundlicher dreinschauen. Die kucken doch alle, als gäbe es fünf Tage Regen. Aber vielleicht musste man ja als Fürstbischof so kucken. Immer etwas grummelig und ernst.
Immerhin sind Fürstbischöfe wichtige Kirchenmänner. Sie hatten nicht nur in Kirchendingen das Sagen. Sondern sie herrschten auch über die Stadt. Das verrät schon ihr Name: Fürst-Bischof.
Der Mann auf dem Bild ganz links ist Damian Hugo von Schönborn. Er war nicht nur Fürstbischof, sondern auch Kardinal. Das bedeutet, als Kardinal durfte er mitbestimmen, wenn ein neuer Papst gewählt wurde. Also der oberste Chef der katholischen Kirche.
Den Damian Hugo von Schönborn mag ich ja besonders gerne. Er hat dieses famose Schloss hier bauen lassen, in dem es sich so wunderherrlich gespenstern lässt. Eigentlich hätte der Fürstbischof ja in der Stadt Speyer wohnen sollen. Aber das dortige Schloss war zerstört worden. Obendrein gab es Ärger mit den Bürgern, denn die wollten sich von ihrem Fürstbischof einfach nicht regieren lassen. Also packte er seine Sachen und zog fort.
Zum Glück für Bruchsal. Denn hier in der Stadt ließ der Bischof ein neues, prächtiges, gar gespensti-tastisches Schloss bauen. Und ratet mal, welches kleine Schlossgespenst später still und heimlich in einem der vielen Koffer mit umgezogen ist. (Gekicher). Na klar, das war ich.
Ursprünglich stammte der Bischof ja aus einer reichen und mächtigen Adelsfamilie. Er war sogar ein richtiger Graf! Aber davon hat man nichts gemerkt. Der Bischof soll extrem sparsam gewesen sein. Ja, man kann sagen, geradezu knauserig.
Schade ist nur, dass er die Fertigstellung seines schönen Schlosses nicht mehr erlebt hat. Er ist vorher gestorben. Schade, schade, schade, Marmelade.
Foto: © Martin Heintzen