Station: [20] Badische Revolution
M: In den Jahren 1848 und 1849 wurde Europa von heftigen Unruhen erfasst. Revolution lag in der Luft. Die Menschen hatten genug davon, dass Fürsten und Könige über ihr Schicksal bestimmten. Sie forderten unter anderem freie Wahlen sowie Rede- und Meinungsfreiheit.
F: Auch das Großherzogtum Baden wurde von den revolutionären Unruhen erfasst. Einen ihrer Höhepunkte erreichte die Badische Revolution im April 1848 mit dem sogenannten Hecker-Aufstand. Mit einem Trupp freiwilliger Kämpfer zog Friedrich Hecker zu Fuß von Konstanz nach Kandern. Man war dazu bereit, die Idee von Demokratie und Freiheit nun auch mit Gewalt durchzusetzen.
M: Im Laufe des Aufstands wuchs die Armee um Friedrich Hecker auf mehrere Hundert an. Das Problem war nur: Die Männer waren wenig kampferprobt, die Ausrüstung mangelhaft. Hecker selbst war kein militärischer Stratege, sondern gelernter Jurist. In Kandern wurden die Revolutionäre von badischen und hessischen Truppen geschlagen. Der Aufstand war gescheitert. Friedrich Hecker floh daraufhin in die Schweiz und emigrierte später in die USA.
F: Im September 1848 folgte mit dem Struve-Putsch und der Ausrufung der Republik die zweite Welle der Revolution. Doch auch Gustav Struves Aufstand scheiterte. Er wurde in Wehr im Südschwarzwald gefangen genommen.
M: Auch in Bruchsal war es zu revolutionären Unruhen gekommen. Am 13. und 14. Mai 1849 wurde unter anderem das Männerzuchthaus gestürmt und Gefangene befreit. Am gleichen Tag floh Großherzog Leopold aus Baden nach Koblenz ins Exil. Es wurde ein badisches Parlament gewählt, woraufhin Preußen gegen die Republik Baden ins Feld zog. In Rastatt erlitten die republikanischen Kräfte schließlich eine dramatische Niederlage. Damit war das Ende der Badischen Republik besiegelt. Der Großherzog kehrte zurück – und alles blieb, wie es war. Zumindest erst einmal.
Dialekt: So, das war`s. Alla, tschüssle.
Foto: © Martin Heintzen